Dienstag, 20. Oktober 2009

Krise - Und nun ab in die Mitte

Die wirtschafts- und sozialpolitischen Fehlentscheidungen der letzten zehn Jahre zeigen nun mit zunehmenden Tempo Wirkung: Aktuell haben die Mitarbeiter des Versandhauses Quelle die Konsequenzen zu tragen, wie das Nachrichtenmagazin Focus meldet:
Wieder verschwinden tausende halbwegs gut bezahlte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für immer vom Markt. Den Mitarbeitern droht damit, mit nur einem Jahr Schonfrist, die Entwürdigung durch Hartz IV, obgleich sie unter Umständen jahrzehntelang in die Sozialversicherungssysteme eingezahlt haben. Mit viel Glück werden sie noch einen prekären Job in einer Zeitarbeitsfirma finden oder irgendwie die Jahre bis zur Rente als  sogenannter "Aufstocker" durchkommen müssen.
Marktzyniker meint: Dies ist nur der Anfang vom Ende. Weitere Ereignisse dieser Art werden folgen. Die Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt treffen auch nun die Mitte unserer Gesellschaft. Kürzlich veröffentlichte Zahlen belegen, dass die Zahl der Hartz IV-Empfänger ohne Schul- oder Bildungsabschluss fast stabil geblieben ist, dagegen die Zahl der Hartz IV-Bezieher mit Hochschulabschluss stark ansteigt. 
Nachrichtenmagazin Focus (Onlineausgabe) vom 12.10.2009
Dem Facharbeiter oder Abiturienten sollte nun langsam mal klar werden, dass Hartz IV jeden treffen kann ! Mögen auch einige die jetzt zu Recht jammern, mal überlegen, ob die alte - recht einkömmliche- Sozialhilfe nicht auch ihr bisher relativ hohes Lohnniveau gestützt hat, weil nicht jeder Hungerlohn akzeptiert werden musste.
Infragezustellen ist damit das seit fünfzehn Jahren gepredigte Dogma: "Es ist besser Arbeit, als Arbeitslosigkeit zu finanzieren".  Es ist zu untersuchen, ob nicht gerade dieses "Workfare"-Modell nicht zu einer Erosion der Löhne und damit zu einem Zusammenbruch der Binnennachfrage geführt hat.


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