Donnerstag, 5. November 2009

Altersarmut ? Mal nach Dänemark gucken !

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, erhielten 2,5 Prozent der Rentner, Leistungen aus der sogenannten Grundsicherung, da ihre Rente nicht zur vollständigen Deckung ihres Bedarfs reicht....
Die Grundsicherung ist eine steuerfinanzierte Leistung für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Erwerbsunfähigkeit nicht mehr arbeiten können. Die Leistung entspricht im wesentlichen den Leistungen nach Hartz IV, also für einen Single ca.359 € nebst Kosten der Unterkunft und krankheitsbedingte Mehrbedarfe.
Da verwundert auch nicht die Meldung, dass immer mehr Rentner jobben. In Lüneburg etwa stieg die Zahl der jobbenden Senioren von 1037 im Jahre 2003 auf 1260 Rentner im Jahre 2007.
Das es auch anders geht, zeigt Dänemark. Das dänische Rentensystem gründet auf drei Säulen, einer armutsvermeidenden Grundsicherung, einer arbeitslohnabhängigen Rente und optional eine Privatrente.
Die steuerfinanzierte Grundsicherung in Höhe beträgt ca. € 1400 pro Monat. Dieser Betrag setzt sich aus einem Grundbetrag in Höhe von ca. € 700 pro Monat und einer Rentenzulage in ungefähr gleicher Höhe zusammen.
Während der Grundbetrag nie gekürzt wird, kann die Rentenzulage gekürzt werden und zwar dann, wenn der Ehe- oder Lebenspartner auch eine Grundrente bezieht, in diesem Fall wird die Zulage in etwa halbiert.
Die Rentenzulage kann auch dann gekürzt werden, wenn der Rentenbezieher noch weitere Einkünfte hat.
Marktzyniker meint: Wäre doch mal eine Idee, über die auch mal in Deutschland nachgedacht werden könnte. Das Beispiel Dänemark zeigt, dass eine halbwegs auskömmliche Grundsicherung im Alter aus Steuergeldern finanzierbar ist, wenn der politische Wille dazu da ist.

Kommentare:

  1. ...wenn denn der politische wille dazu da wäre. ist er aber leider nicht.

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  2. Was nicht ist, kann ja noch werden, was meinen Sie, warum ich hier blogge ? :-)

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  3. ... ja, in Dänemark läuft einiges anders.
    Hohe Mindestlöhne, gute Kinderbetreuung, niedrige Wochenarbeitszeiten, ich glaub so 37Stunden/Woche... und es funktioniert.
    Ist eben ein anderer Menschenschlag.

    Du hasts ja wenigstens nicht so weit wie ich!

    p.s.- dann blogg mal weiter!
    grüße aus dem wald!

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  4. das dänische Modell funktioniert nur, weil auch hohe Einkommenssteuerspitzensätze bestehen, die z.B. auch die Gesundheit in einer Art Bürgerversicherung bezahlen.Selbst Selbständige erhalten dort bei Krankheit Krankengeld von den Kommunalkassen.Schlagen sie hier mal einen Spitzensteuersatz von 56% vor, mal sehen, wie die Reaktion sein wird....aber:auch dort will man diese schon senken.

    auch bei den anderen Leistungen muss man darauf verweisen,dass dieser Umbau in DE leider nicht möglich ist, weil hier ein ganz anderes Denken besteht. Der deutsche Sozialstaat ist in vielen Fällen eine Förderung der gehobeneren Einkommensschichten - beim Steuerrecht, bei Subventionen z.B. Zulagen zur Riesterrente,demnächst auch beim neuen Bildungssparen.... etc.

    aber sagen sie das mal laut... das glaubt keiner, wurde aber sogar mal in ähnlicher Weise von der OECD moniert.

    in DK erhalten Alleinerziehende übrigens das doppelte Kindergeld, damit diese gar nicht erst in Armut fallen. Kinderarmut dort ist deshalb nur jedes 36.kind,hier jedes 6. - vor allem bei Alleinerziehenden.

    auch DK hat aber vermehrt mit Problemen zu kämpfen.Weil in DE kein Mindestlohn existiert lohnt es sich für Firmen wie dänishcrown in DE schlachten zu lassen und zwar durch polnische Arbeitskräfte zu Löhnen unter 5 EUR. Auch in anderen Bereichen könnte DE langfristig Dänemarks hohen Standards schaden zufügen.

    auch die dänischen Gewerkschaften verlieren mehr und mehr Mitglieder - es bleibt zu befürchten, dass auch dort ein Wandel zu Lasten der Arbeitnehmer einsetzt.

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