Sonntag, 8. November 2009

Bankenverband: Knapp ein Drittel des europäischen BIP für Bankenrettung verbrannt

Durchschnittlich 30 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) haben europäische Staaten für die Rettung von Banken ausgegeben, dies teilt der Bankenverband - Bundesverband deutscher Banken in seinem Informationsdienst "defacto" mit.....
Bei dem Bruttoinlandsprodukt handelt es sich um die Summe aller Waren und Dienstleistungen, welche eine Nation in einem Jahr hergestellt hat und die dem Endverbrauch dienen;
sprich die Arbeitsleistung eines Volkes in einem Jahr.
Nach Angaben des Bankenverbandes sind die Deutschen noch relativ gut davongekommen. Die Bundesregierung hat "nur" knapp ein Viertel des BIP -nämlich 24,4 Prozent- für die Aufrechterhaltung eines halbwegs funktionierenden Bankenbetriebes aufwenden müssen.
Schlimmer hat es andere Länder getroffen: Die Irländer haben die zweifelhafte Ehre nunmehr über zwei Jahre ihres Lebens nur noch für die Banken arbeiten zu dürfen. Irland musste 231,8 Prozent  seines BIP der Bankenbranche hinterherwerfen.
Europaweit am erfolgreichsten war die Bankenbranche, zumindest was das Ruinieren von Volkswirtschaften in Europa angeht, jedoch in Dänemark. Die Dänen dürfen nunmehr ganze zweieinhalb Jahre ihres Lebens für die Bankenrettung schuften. Der Umfang der "Rettungspakete" betrug bei unseren Nachbarn 259,4 Prozent des BIP.
defacto Nr.5: Finanzmarktstabilisierung und Exit-Lösungen Grafik Nr.3
Der geschäftsführende Vorstand des Bankenverband -Bundesverband Deutscher Banken Prof. Dr. Weber macht dennoch darauf aufmerksam, dass obgleich im Moment die öffentliche Hand das Bankensystem stabilisiere, der öffentliche Einfluss geordnet zurückgefahren werden müsse, da Eingriffe des Staates meist Marktmechanismen außer Kraft setzen würden, welches ineffiziente Strukturen begünstige.
Marktzyniker meint: Der Ansicht des Bankenverbandes - Bundesverband deutscher Banken, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer sei,
defacto Nr.5: "Finanzmarktstabilisierung und Exit-Lösungen" Abs.11 
ist nichts hinzufügen: Kein erfolgreicher Unternehmer wirft irgendwelchen Leuten ohne gesicherte Gegenleistung Geld hinterher, so dumm sind nur eine Vielzahl unserer Volksvertreter.  Die mit den Rettungspaketen beabsichtigte Gegenleistung bleibt bisher aus. Trotz Leitzinssenkungen kommt das Geld nicht in der Realwirtschaft an. Es ist halt im Moment lukrativer mit dem billigen Geld an den Finanzmärkten zu spekulieren oder es dem verschuldeten Staat zukommen zu lassen, als es einem klammen Mittelständler zu leihen.
Selbstverständlich läge diese Misere nicht an den Banken, so der Präsident des Bankenverbandes - Bundesverband deutscher Banken Andreas Schmitz. Das Geld der EZB habe nur eine Laufzeit von einem Jahr, während die Unternehmer nach längerfristigen Krediten fragten und überhaupt so einfach könne man das alles nicht sehen, und so weiter und sofort. 
Natürlich lehnt der Herr Präsident des Verbandes eine direkte Kreditvergabe des Staates an Unternehmen ab, dies sei weder eine gute Idee, noch erforderlich
"Exorzismus hilft nicht" Interview mit dem Präsidenten des Bankenverbandes in Wirtschaftswoche-Online vom 7.11.2009 Bildschirmseite 1
Selbstverständlich lässt es sich Andreas Schmitz aber nicht nehmen wieder nach dem Steuerzahler zu rufen.  Bei aller berechtigter Kritik an den Exzessen auf dem Markt der Verbriefungen, dürfe man nicht vergessen, dass Verbriefungen nachhaltig zu Entlastung von Bankbilanzen beitragen können.
"Exorzismus hilft nicht" Interview mit dem Präsidenten des Bankenverbandes in Wirtschaftswoche-Online vom 7.11.2009 Bildschirmseite 1
Zumindest für gute Kredite spreche nichts gegen Verbriefungen, der Staat könne dies, sofern nötig, mit Garantien unterstützen,
"Exorzismus hilft nicht" Interview mit dem Präsidenten des Bankenverbandes in Wirtschaftswoche-Online vom 7.11.2009Bildschirmseite 1
wenn Investoren Prädikatssignale wollen, müsse man sie ihnen bieten.
"Exorzismus hilft nicht" Interview mit dem Präsidenten des Bankenverbandes in Wirtschaftswoche-Online vom 7.11.2009 Bildschirmseite 1f
Also wieder einmal ist der Steuerzahler gefragt, der hat es ja! Man kann ja mit Steuergeldern nichts besseres anfangen, als für Bankgeschäfte zu bürgen.  Und überhaupt? Warum soll der Staat eigentlich Garantien für Verbriefungen "guter" Kredite geben? Entweder ist der Schuldner solvent oder nicht. Ist er solvent, dann braucht niemand garantieren. Ist die Forderung dagegen zweifelhaft, ist es nicht Sache des Steuerzahlers als Ausfallbürge dazustehen.
Mit diesen Banken ist offenbar kein Staat zu machen, es liegt nun an den Kreditinstituten zu beweisen, dass sie unsere Steuergelder verdient haben. Achso ! Anständige Menschen bedanken sich zumindest mal, wenn ihnen aus einer finanziellen Misere geholfen wird, aber das kann man ja nicht von unseren "Leistungsträgern" erwarten, die stehen über den Dingen !

1 Kommentar:

  1. "Das Geld der EZB habe nur eine Laufzeit von einem Jahr, während die Unternehmer nach längerfristigen Krediten fragten..."

    Exakt. Dieser Satz sollte 500 mal eingerahmt und den Holzköpfen der gesamten politischen Seifenoper vor die Stirn genagelt werden, denn es ist eine der ganz wenigen wissenschaftlich korrekten Aussagen, die seit dem Beginn der so genannten "Finanzkrise" gemacht wurden.

    Wer hat "Schuld" an der Krise? Niemand. Die Geschäftsbanken am allerwenigsten; denn es ist nicht Aufgabe der Geschäftsbanken, die Geld- und Bodenordnung einer Volkswirtschaft festzulegen.

    Im Geschäftsjahr 2007, dem letzten vor der Krise, sah die Situation der deutschen Geschäftsbanken in der Summe so aus:

    Zinseinnahmen: 418 Mrd. €
    Zinsaufwendungen: 327 Mrd. €
    Bankmarge: 91 Mrd. €

    Wenn wir großzügig davon ausgehen, dass die Summe aller Bankmanager-Gehälter knapp 2% der Bankmarge ausmacht, wäre somit allein das leistungslose Kapitaleinkommen der beiden "reichsten unfreiwilligen Parasiten" Deutschlands ausreichend, um alle Bankmanager-Gehälter zu bezahlen, und zwar ohne dass diese auch nur einen Cent ihres Privatvermögens dadurch verlieren müssten und ohne dass jemand bei ALDI einkauft.

    An alle, die das (noch) nicht verstanden haben: Machen Sie sich nichts daraus - die "hohe Politik" und so genannte "Wirtschaftsexperten" (besser: staatlich geprüfte Lobbyisten) verstehen das auch (noch) nicht.

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