Sonntag, 31. Januar 2010

Davos - Staatsgarantien für Verbriefungen wegen drohenden Gewerbeimmobiliencrash ?

Auch der diesjährige Weltfinanzgipfel brachte nichts Neues, außer Beteuerungen und gute Reden. Kreativ Ackermanns neue Wortschöpfung: "Bankerbashing". Dabei ziehen im Westen neue Wolken auf, es verdichten sich die Anzeichen, dass eine weitere Immobilienblase am platzen ist: Der US-Gewerbeimmobilienmarkt kommt ins Wanken. Banker wollen, dass auch hier der Steuerzahler zahlt, denn es wird schon wieder von der angeblich wichtigen Belebung des seit Monaten darniederliegenden Verbriefungsmarkts geredet.
Das Handelsblatt meldet, dass Herr Ackermann auf dem Gipfel in Davos gefordert habe, dass es mit dem "Bankerbashing" ein Ende habe solle und nun konstruktiv in die Zukunft gesehen  werden solle. Natürlich, natürlich sei das Finanzsystem effizienter und stabiler zu organisieren, aber bloß nicht so ein Teufelszeug, wie die Finanztransaktionssteuer. Und sehr wichtig sei, dass der Verbriefungsmarkt wieder funktioniere.
Soso, der Verbriefungsmarkt, dass Sorgenkind unserer achso arg gebashten Banker.  Schon Ende November 2009 berichtete Marktzyniker darüber, dass der Bankenverband - Verband Deutscher Banken den Steuerzahler als Ausfallbürgen für verbriefte Kredite in Anspruch nehmen wolle, da kein Anleger -nach der subprime-Krise- grenzdebil genug war diese "Wert"-Papiere zu kaufen.
"Verbriefungen - Banken drohen mit Kreditklemme" in Marktzyniker vom 24. November 2009 mit weiteren Nachweisen und Erläuterungen
Und in der Tat: Die nächste Krise bahnt sich an. Nachdem nun in den USA dem Cowboy Joe das Haus versteigert wurde, kommt nun offenbar der ehemals boomende us-amerikanische Gewerbeimmobilienmarkt ins Wanken. Schätzungsweise 1,3 Billionen US-Dollar werden von jetzt bis 2013 auf diesem Markt fällig, deren Rückzahlung fraglich ist, da der us-amerikanische Gewerbeimmobilienmarkt am Boden liegt und Büroraum zum Teil zu Dumpingpreisen vermietet werden muss, so etwa das Schweizmagazin.
"US-Gewerbeimmobilien kurz vor Crash" in Schweizmagazin vom 31.1.2010
Der Rückgang der Wirtschaft nebst Entlassungen hat auf dem us-amerikanischen Immobilienmarkt zu einem Nachfragerückgang nach Büroraum geführt, mit der Folge, dass die Mieteinnahmen nun sinken.
Büroraum muss vielfach zum Dumpingpreis vermietet werden, selbst Top-Lagen in Manhattan gibt es zu absolut geringen Mieten.
"US-Gewerbeimmobilien kurz vor Crash" in Schweizmagazin vom 31.1.2010
Da gleichzeitig nun auch neue Immobilien auf den Markt kommen, die noch zu Boomzeiten geplant wurden, bricht die Kalkulation der Investoren zusammen.
Eine Ursache dieser Überkapazitäten sei, dass die Banken die Kredite für den Bau dieser Gebäude verbriefen konnten. Vielfach seien  diese Kredite nur gegeben worden, weil die finanzierenden Banken, die Forderungen mittels Verbriefungen aus ihren Büchern auslagern konnten . Und genau diese Papiere kauft momentan niemand mehr. Den Banken droht nun, dass sie diese Forderungen in ihren Büchern halten müssen, sofern sie diese nicht früher verbrieft haben.
"Gewerbeimmobilien: Wie US-Immobilien deutsche Banken gefährden" in Wirtschaftswoche-Online von Markt Böschen, Heike Schwerdfeger und Andreas Henry vom 27.1.2010
Es wird damit  Abschreibungsbedarf entstehen. Zur Zeit versuchen die Banken noch, die Probleme zu ignorieren, in dem sie Immobilienkredite nach den Preisen aus der Boomzeit bewerten und daher selbst in Verzug geratene Kredite noch verlängern, in der Hoffnung auf eine Erholung des Gewerbeimmobilienmarkts.

Dies ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass die Immobilien an Wert verloren haben und die Rückzahlung der Darlehen äußerst fraglich bleibt. Früher oder später werden Wertberichtigungen erfolgen müssen, wenn es den Banken nicht gelingt, diese fragwürdigen Kredite zu verkaufen. Ansonsten würden Milliardenverluste drohen, die eine weitere Krise auslösen würden,
"Gewerbeimmobilien: Wie US-Immobilien deutsche Banken gefährden" in Wirtschaftswoche-Online von Markt Böschen, Heike Schwerdfeger und Andreas Henry vom 27.1.2010
welche sogar der us-amerikanischen Wirtschaft samt Dollar, den Rest geben wird.
"US-Gewerbeimmobilien kurz vor Crash" in Schweizmagazin vom 31.1.2010

Marktzyniker meint: Die neuesten Berichte zeigen, dass ein Wirtschaftscrash immer noch nicht abgewendet ist. Dies weiß auch die Bankenbranche, deren Hauptproblem es zur Zeit ist, dass sie es einfacht nicht mehr schafft, ihre fehlgeschlagenen Kreditengagements mittels Verbriefungen aus ihren Bilanzen zu befördern, daher auch der Ruf nach Staatsgarantien.
"Verbriefungen - Banken drohen mit Kreditklemme" in Marktzyniker vom 24. November 2009 mit weiteren Nachweisen und Erläuterungen
Offenbar weiß die gesamte Branche weltweit, dass ihre Lage im Prinzip verzweifelt ist, da sie es aus eigener Kraft nicht schaffen wird die anstehende Gewerbeimmobilienblase zu managen. Daher wird jetzt wieder nach Staatsgarantien für Verbriefungen gerufen, denn das Vertrauen in diese Papiere ist derartig gering, dass niemand diese Papiere kaufen wird, sofern der Steuerzahler nicht für die Verbriefungen bürgt.
Diesen Forderungen der Bankenwirtschaft ist eine klare Absage zu erteilen. Offenbar geht die Finanzwirtschaft immer noch davon aus, dass sie im Zweifel vom Steuerzahler gestützt wird.
Es gilt nunmehr schnellstmöglichst weltweit Strategien zu entwickeln, wie der nächste Crash bewältigt werden kann, ohne dass Gelder weiter in die Finanzbranche fließen. Denn eins ist sicher: Noch so eine Bankenrettung wie die letzte, kann sich niemand mehr leisten. 
Der einzig "Gebashte" wird dann der ehrliche und redliche Steuerzahler sein. Wie schnell sich einige Banker zu körperlicher Gewalt hinreissen lassen können, sehen sie in den Videos dieses Berichtes:
"Wenn der Banker seine Krawatte abnimmt: Schlägerbanker in Action" in Marktzyniker vom 26.1.2010

1 Kommentar:

  1. Sollte unsere Regierung ein zweites Mal die Finanzbranche sanieren, dann wird es keine Mittel für Soziales, Bildung und Kultur mehr geben.
    Aus eingeimpfter Angst, wir könnten alles verlieren, werden wir nie alles wagen.
    "Wir sind das Volk" hat nur einmal funktioniert.

    Deutschland, das Land der Richter und Henker!

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