Zehn Fragen

Anmerkung: Da die Eingangs des Jahres gestellten Fragen etwas untergegangen sind, stellt Marktzyniker sie hier nochmal:
Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausend ist zu Ende, es beginnt das neue Jahrzehnt mit dem Agendajahr 2010. Es gilt nun zu handeln, aber erstmal Fragen zu stellen. Marktzyniker stellt daher hier einige Fragen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zur Diskussion:
Altersvorsorge
1. Demografie
Gibt es ein Demografieproblem, dahingehend dass immer weniger junge Menschen immer mehr Rentner versorgen müssen ? Oder fürchtet unsere Wirtschaft in Wirklichkeit eher eine Absatzkrise ?
2. Zwang zur Finanzmarktintervention
Entstehen durch die Idee der kapitalgedecken Altersvorsorge für den Staat Sachzwänge dahingehend, dass er mit hohem Kapitaleinsatz die Finanzbranche retten muss, da ansonsten für eine ganze Generation die Rente entfällt ?
3.  Wer zahlt die Zinsen ?
Wie oder besser wer soll die ganzen Zinsen für die Riesterrente erarbeiten, etwa unsere Kinder durch Lohnverzicht ?
4.  Asset Inflation
Führen die Beiträge tatsächlich zu einem Wirtschaftswachstum oder nur zu einer Inflation der Wertpapierpreise, da die Versicherungsgesellschaften gar nicht mehr wissen, wohin sie mit den Geldern sollen und damit zu "Blasen"?
Arbeitsmarkt
5. Sozial ist was Arbeit schafft ? Oder was kostet "Arbeit" der Gesellschaft
Ist jede Arbeit "sozial" ? Soll menschliche Arbeit der Gesellschaft nützlich sein oder soll der Mensch bloss beschäftigt werden, koste was es wolle ? Ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Berufstätigen, auf Kosten der Umwelt oder ohne jeglichen vernünftigen Sinn ?
6. Ist ein Lohn scharf an der Grenze der Sittenwidrigkeit besser als ein Sozialtransfer ?
Führt der Zwang zur Akzeptanz von Hungerlöhnen tatsächlich zu einer Entlastung des Steuerzahlers oder wird ein Niedriglohnsektor gefördert, der letztendlich zu einer Abwertung aller Einkommen führt. Welche Folgen entstehen dadurch für die Sozialkassen ? Soll der Steuerzahler Arbeitseinkommen subventionieren, damit Unternehmer besseren Profit machen können ?
7. Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen ?
Ist diese These überholt ? Stammt sie nicht aus Zeiten, in denen ein Mangel herrschte ? Haben wir heute nicht eher ein Überangebot an Waren und Dienstleistungen ? Wenn ja: Ist dieses Überangebot einer mangelnden Kaufkraft geschuldet oder haben alle schon alles ?
8. Ist Erwerbsarbeit noch ein taugliches Kriterium für die Verteilung gesellschaftlichen Reichtums ? Oder müssen neue Maßstäbe gefunden werden ?
Wird das ganze Theater um Arbeitsplätze nur deswegen gemacht, weil unserer Gesellschaft kein besseres Kriterium zur Verteilung von Reichtum einfällt ? Wonach kann man Reichtum auch gerecht verteilen ?

Gesellschaft und Demokratie
9. Alle gegen Alle ?
Fördert Konkurrenz unsere Gesellschaft oder führt sie zur Vereinzelung und Egozentrik, kann eine Demokratie so funktionieren ? Wo ist Wettbewerb sinnvoll, wo ist er unsinnig oder sogar kontraproduktiv im Hinblick auf die Gesellschaft ?
10. Vermögensverteilung
Kann es eine Demokratie aushalten, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung über annähernd ein Viertel des Gesamtvermögens verfügen ? Welche Auswirkungen hat dies auf die Politik ? Ist unter diesen Bedingungen eine gemeinwohlorientierte Politik noch möglich ?
Marktzyniker vom 10.10.2009: Ein Prozent der Bevölkerung verfügen über annähernd ein Viertel des gesamten Vermögens

Marktzyniker wird in diesem Jahr versuchen diese Fragen zu beantworten, aber würde sich auch über eine lebhafte Diskussion freuen, in seinem Blog und natürlich in allen Ecken des Internets.
In diesem Sinne alles Gute für 2010, aber ziehen Sie sich warm an ! Es wird ein stürmisches Jahr !